Welches Wahlprogramm der zwei Bürgermeisterkandidaten kann überzeugen?

Aktualisiert: 5. Sept.
Haben Sie am vergangenen Freitag auch wieder verschiedene Wahlflyer im Briefkasten vorgefunden und sich über deren Aufmachung und Versprechungen gewundert?
Besonders ins Auge fiel mir der Flyer der CDU. Wie auf Bundesebene wird uns Wählern auch in Staufenberg suggeriert, diese Partei sei prädestiniert für effizienten Umgang mit Steuergeldern und Sparsamkeit. Fakt ist, dass sich die CDU allein diese Fähigkeiten andichtet, weder gibt es ein Prüfsiegel noch eine objektive Basis dafür.
Eigenlob stinkt aber bekanntlich und wenn man die über ein Jahrzehnte andauernde Ära Grebenstein und zwei Jahrzehnten Bornmann in der Staufenberger Kommunalpolitik Revue passieren lässt, fällt lediglich ein Entfall von zahlreichen Leistungen und das Sparen bei den Projekten anderer Parteien auf. Wobei man aber trotz schlechter Finanzlage dennoch gern eigene Herzensprojekte verfolgt. Das spricht nicht nur gegen das C (Christlich) im Namen, sondern auch gegen demokratische Grundwerte.
Wenn man sich mal das in diesem Prospekt vorgestellte Programm genau ansieht, stellt man fest, dass die gesamte Welt demnächst besser werden muss, denn es wird ja quasi jedes Themengebiet bedient. Das ist nicht nur ambitioniert, sondern gleichzeitig illusorisch.

Das System Bornmann
Sebastian Bornmann trat 2007 in die CDU ein mit dem Ziel, dort möglichst schnell Karriere zu machen, scheiterte jedoch nach eigenen Worten in 2011 noch an den älteren CDU-Mitgliedern. So wird in der HNA vom 11.08.2026 folgende Begebenheit zitiert:
Fünf Jahre später in 2016 hatte die Parteispitze Ähnliches mit ihm vor, was er jedoch nicht akzeptieren wollte. Es entstand ein interner Kampf, den Bornmann für sich entschied. Bereits zwei Jahre später wurde er Parteivorsitzender.
Seitdem veränderte er die Partei nach seinen ganz eigenen Vorstellungen. Bei der vergangenen Kommunalwahl sorgte er dafür, dass auf den Wahllisten für die CDU nur Personen aus seiner engsten Anhängerschaft vertreten waren. Diese haben den Vorteil ohne eigene Meinung fast immer anwesend zu sein und für die notwendigen Mehrheiten zu sorgen. Mit Tricksereien, z. B. durch kurzfristiges Umformulieren von Anträgen bei voraussichtlicher Stimmgleichheit, sorgte er gelegentlich für die entsprechende Mehrheit. Das mag zunächst clever und konsequent erscheinen, ist aber auf Gemeindeebene gefährlich, da die Zusammenarbeit darunter leidet. So wurde dann als Ergebnis aus ehemals verlässlicher und zielorientierter Zusammenarbeit im Gemeinderat mit vielen umgesetzten Projekten, eine Epoche interner Grabenkämpfe. Und so sind seitdem viele Beschlusslagen jahrelange Themen in verschiedenen Ausschüssen. Die Quittung dieses intriganten Vorgehens ist eine stete Verzögerung von Entscheidungen. Und das behindert die Entwicklung Staufenbergs!
Für die Kommunalwahl 2026 will er sein System weiter perfektionieren. Neben Freunden und Bekannten gelang es ihm mit den tollsten Versprechen einige beliebte Ortspolitiker und Netzwerker für die CDU zu gewinnen. Damit sorgt er dafür, dass selbst wenn es in den einzelnen Orten keine CDU Vertretung geben sollte, er mit einem massiven Überangebot an CDU Kandidaten im Gemeinderat eine Mehrheit erreicht. Wichtige kommunalpolitische Instrumente, wie z. B. die Ortsräte, der Bauausschuss, der FInanzausschuss, der Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales oder ein Verwaltungsausschuss interessieren weiterhin nicht, weil nahezu alle wichtigen Entscheidungen letztendlich vom Gemeinderat getroffen werden müssen. Daher ist die CDU in der Vergangenheit zwar oft in verschiedenen Ausschüssen lächelnd unterlegen, hat aber anschließend im Gemeinderat mit Unterstützung der WfS und eines SPD-Ratsmitgliedes oft Entscheidungen dieser Gremien gekippt.

Zu guter Letzt präsentiert er sich seit 2 - 3 Jahren auf nahezu jeder öffentlichen Veranstaltung. Er erscheint dort, wandelt kurzzeitig durch die Mengen, grüßt freundlich aus der Ferne und verschwindet wieder innerhalb kürzester Zeit. Er hat dann aufgrund der Kürze des Besuchs nichts oder nur wenig verzehrt, wurde aber gesehen. So erscheint es, als sei er omnipräsent. Die Dauer seiner Aufenthalte ist System und Mittel zum Zweck statt Freude an Festen, Bürgern und Bürgerinnen und Kontaktfreudigkeit. Auch dazu sagte er in dem HNA Interview selbst, dass er keine Freunde hatte, er saß lieber allein auf einer Bank als mit Gleichaltrigen etwas zu unternehmen. Er ist empathielos und macht alles nur zum Zweck seiner Karriere.
Wie heißt es im Flyer der CDU so schön: "Die CDU hat den Mut nein zu sagen, falls Wünsche aus der Politik oder der Bevölkerung nicht finanzierbar sind". Da kann man nur wünschen, dass eine Mehrheit der Wähler an den Slogan der Anti Trump Proteste denkt
N o K i n g s!
Dunkle Wolken ziehen über Staufenberg auf.

Die Fortsetzung folgt Samstag, seien Sie gespannt.



Das Problem unserer Zeit ist, dass viele Menschen Versprechungen nicht mehr hinterfragen und überlegen, ob diese überhaupt umsetzbar sind. Das beste Beispiel dafür ist der Zulauf der AfD in Sachsen-Anhalt. Hoffen wir mal, dass die Staufenberger nicht so kurzsichtig sind.